Pisa © Roland Salz 2000 - 2015
Roland Salz                                                                      
                                                          Internationale Architekturbeschreibung

V. Der Aufbau des Hauses von unten nach oben (Teil 1)

 

Vier zueinander parallele, nach Südosten, also zum Bach hin ausge- richtete Mauern bilden den Kern des Fundamentes. Die westliche von ihnen wird aus rustikalen Sandsteinplatten gebildet wie die Außenwän- de des Hauses. Sie nimmt unmittelbar am Rand des Baches, nahe beim westlichen Endpunkt des Wasserfalls seinen Ausgang und führt geradewegs auf den vierten, mittig auf der Felsplatte gelegenen Fels- brocken zu. Die Mauer ist etwas niedriger als der Fels und schließt diesen von beiden Seiten ein. Der Fels ist also als Teil dieses westli- chen Fundamentes integriert und ragt in der Mitte darüber hinaus. Die drei anderen, östlich gelegenen Fundamente ragen ebenfalls alle bis an den Rand des Baches, das letzte sogar etwas in ihn hinein. Sie sind nur im Sockelbereich aus behauenem Sandstein gemauert, darüber bestehen sie aus mauerartigen Stahlbeton-"Polstern", die sich nach oben hin sowohl seitlich etwas verbreitern, als auch - um mit einem beliebten Bild des Architekten zu sprechen - wie die Finger eines Kell- ners, der ein Tablett trägt, nach vorn über den Bach hin vorstrecken. Hier, am südöstlichen Ende sind die drei östlichen Fundamente gegen- über dem westlichen zwar an der Basis etwas eingezogen, erreichen dessen obere Flucht jedoch durch ihren südöstlich gerichteten Über- stand.

          Das Rückgrat des Hauses wird durch die bereits erwähnte, vielfach gestaffelte Mauer entlang des Weges im Norden gebildet. Die vier parallelen Fundamentmauern sind hier verankert. Die äußeren von ihnen markieren zusammen mit der Nordwand auch drei der vier Begrenzungen des im großen und ganzen rechteckigen Hauptraumes des Hauses, des riesigen, universellen Wohn- und Eßzimmers im Hochparterre.

          Ein zweiter, ebenfalls rechteckiger, aber viel kleinerer Gebäude- teil stößt an die Nordwestecke des eben beschriebenen Bereichs an. Er wird südlich durch den mittigen, aus der westlichen der vier parallelen Fundamente herausragenden Felsbrocken begrenzt, westlich durch die beiden noch größeren Felsen auf der Kante des Abhangs. Dieser Gebäudeteil ist aus den rustikalen Sandsteinplatten über alle drei Stockwerke turmartig hochgemauert und beherbergt im Parterre die Küche (den einzigen Raum auf dieser Ebene neben dem Wohn- zimmer), darüber im ersten Stock einen kleinen Schlafraum und im zweiten Stock ein Studio.

          Nur die hintere (nördliche) Hälfte des riesigen Wohnzimmers ist im ersten Stock von geschlossenem Raum überbaut. Hier liegen zwei Schlafzimmer, zusätzlich zu demjenigen über der Küche. Im zweiten Stock stellt das Zimmer im Turm-Baukörper den einzigen allseitig um- mauerten Wohnraum dar.

          Der Weg unterhalb des Felsvorsprungs liegt, wie wir uns erin- nern, etwa einen Meter höher als die große Felsplatte, auf der das Haus steht. Vom Weg aus, an dem der Eingang zum Haus liegt, führen zwei Stufen zum Parterre hinauf. Gegen den Bach ist die Felsplatte abschüssig, so daß sich am Rand des Baches ein Höhenunterschied von weit über zwei Metern zwischen der Oberkante der Beton-"Polster" und dem Wasserspiegel ergibt, also gute Stehhöhe. Nur der Bereich unter der Küche und der hinter dem zentralen Felsbrocken (zwischen den beiden westlichen der vier parallelen Fundamente) gelegene Teil des Wohnzimmers sind unterkellert. Unterhalb der Küche ist hier sogar eine Partie der Südostwand verglast. Der restliche Bereich unterhalb des Wohnzimmers zwischen den vier Fundamenten ist zum Bach hin offen, so daß mehrere grottenähnliche Hohlräume entstehen.

          Der äußere Eindruck des Chalets wird entscheidend von den schon erwähnten zahlreichen und großen Terrassen geprägt, die sich wie Tabletts in drei Richtungen hinausschieben. Im Parterre hievt eine riesige Betonplatte die fast die gesamte südöstliche Gebäudefront einnehmende (23 Meter lange) Betonbrüstung um fünf Meter auf den Bach und den Wasserfall hinaus, von der oberen Kante der vier Sockel gerechnet. Tatsächlich ist die Terrasse dieses Stockwerks aber in einen südwestlichen und einen südöstlichen Teil zerlegt. Dazwischen reicht der große Wohnraum selbst bis zu der Brüstung vor. Er geht hier, sowohl im Anblick von außen als auch von innen, nahtlos in die Freibereiche über: die Wandflächen zu den beiden Terrassen links und rechts sind vollständig verglast, genauso wie diejenige über der Brüstung nach Südosten. Dieser über den Bach vorgeschobene Abschnitt des Wohnzimmers wird geschickt von einer Terrasse des ersten Stocks überdacht: diese schiebt sich, schmalrechteckig und orthogonal zu der breitgelagerten unteren stehend, wie eine Zunge vor, und zwar nochmals um mehr als einen Meter weiter als die untere, so daß sich ihre Brüstung bereits über dem südlichen Ufer des oberen Baches befindet und fast bis zum südlichen Rand des Wasserfalls reicht.

 

 

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